Nachweis funktionell bedeutsamer Proteine

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Eine Besonderheit ist die Technik der Antigen-Demaskierung zur immunhistologischen Darstellung von Funktionsproteinen, die am Paraffinmaterial häufig nur nach besonderer Aufarbeitung des Gewebes sichtbar gemacht werden können. Dies sind u.a.: 

  • Östrogen- und Progesteronrezeptoren:
    Die bisher notwendige Kühlkette und aufwendigen Präparationsverfahren zur Bestimmung der Östrogen- und Progesteronrezeptoren bei Mamma-, Endometrium- und Ovarialkarzinomen sind hinfällig geworden, da Formalin-fixiertes Gewebe ausreicht.
  • Proliferations-assoziierte Proteine:
    Mit der Darstellung des MIB-1-Antigens an konventionell aufgearbeitetem Gewebe werden Informationen zur Wachstumsgeschwindigkeit und somit zur Prognose gewonnen.
  • EGF-Rezeptor:
    Die Überexpression des EGF-Rezeptors bzw. des HER2/neuOnkogens korreliert in verschiedenen Malignomen (z.B. Mammakarzinomen und Gliomen) mit dem Malignitätsgrad und kann somit eine Bedeutung für Aussagen zur Prognose besitzen. - Eine neue Strategie der Behandlung des Mammakarzinoms ist durch die Einführung des therapeutischen Antikörpers Herceptin® gegeben. Eine Voraussetzung dafür ist der immunhistologische Nachweis des HER2-Proteins in den Tumorzellen. Dieser Nachweis wird im Routineprogramm zur diagnostischen Aufarbeitung von Brustdrüsenpräparaten durchgeführt.