AG Translationale Tumorforschung

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Die AG Translationale Tumorforschung ist die älteste ärztliche Arbeitsgruppe des Instituts, die mittlerweile aber auch Molekular- und Systembiologen sowie Bioinformatiker gerne integriert hat. Die Gynäko- und Mammapathologie bildet seit langen Jahren den Schwerpunkt der Forschungsgruppe. Andere Entitäten wie das Pankreaskarzinom oder mesenchymale Tumoren sind in jüngerer Zeit hinzugekommen. Die Hauptfragestellungen richten sich auf prognostische und prädiktive Biomarker, die auf verschiedenen biologischen Levels und mit Hilfe verschiedener molekularbiologischer Verfahren im Tumorgewebe bestimmt werden. Dank der langjährigen engen Kooperation mit klinischen Forschungsgruppen stehen der AG hierfür große und gut charakterisierte Tumorkollektive zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der German Breast Group, deren Tumorbank seit 2005 von der AG gepflegt wird, entstanden zahlreiche Publikationen zur molekularen Subtypisierung von Mammakarzinomen mittels Immunhistochemie oder qRT-PCR sowie der Rolle genomischer Aberrationen wie PIK3CA oder TP53, Untersuchungen, die an den umfassenden Kollektiven prä therapeutischer Stanzbiopsien aus neoadjuvanten klinischen Studien durchgeführt wurden. Diese Arbeiten flossen unter anderem in internationale Empfehlungen zur Therapiestratifikation von Brustkrebspatientinnen ein. Ein wichtiger Schwerpunkt ist weiterhin die Untersuchung immunologischer Faktoren im Hinblick auf die Response auf neoadjuvante Chemotherapie und auf das Langzeitüberleben. Das lymphozyten-prädominante Mammakarzinom (LPBC) wurde von der AG Translationale Tumorforschung definiert. Die Forschungsgruppe führt weiterhin die zentralpathologische Evaluation von Tumroproben fast aller GBG-Studien durch. Die gynäkopathologischen Projekte fokussieren auf das Ovarialkarzinom und werden in enger Kooperation mit dem TOC-Network (Tumorbank Ovarian Cancer) durchgeführt. Ein wichtiges Ziel ist die molekulare Definition prognostischer Subgruppen. Als Basis dienen große, teils multizentrische Tumorkohorten unterschiedlichen histologischen Typs, gepaarte primäre und rezidivierte Ovarialkarzinome und Tumoren mit ungewöhnlich guter Prognose. Auch auf dem Gebiet der Gynäkopathologie findet eine zentralpathologische Begutachtung einer internationalen Studie (Gannet53) in der Arbeitsgruppe statt. Gezielte Analysen bestimmter molekularer (z.B. immunhistochmischer) oder morphologischer (z.B. Lymphozyteninfiltration) werden zunehmend kombiniert mit systemischen (-omics) Analysen wie Proteomics und Transcriptomics sowie verschiedenen bildanalytischen Verfahren. Hier gibt es größere Schnittmengen und Kooperationen mit den AGs Molekulare und Systempathologie und Digitale Pathologie. Die entsprechende bioinformatische Verarbeitung der dabei entstehenden großen Datenmengen wird in der AG selbst geleistet. Ziel aller wissenschaftlichen Bemühungen der AG Translationale Tumorforschung ist es, maligne Tumoren berechenbarer zu machen und die Entwicklung personalisierter Therapien weiterzuentwickeln.